Michael Beck's Feinschmecker-Restaurant La Fayence
Fünf Jahre ist es nun her, dass in mir der Wunsch aufkeimte, in Flörsheim am Main ein Feinschmecker-Restaurant der besonderen Art zu gestalten.
Gemeinsam mit den maßgeblichen Männern der Stadt machte ich mich auf den Weg,
ein Konzept zu gestalten, das allen Ansprüchen genügen sollte.
Nicht weit von jenem Standort, wo früher die "Flörsheimer Fayence Fabrik" ihr Zuhause hatte, fand sich ein geeigneter Platz für das Vorhaben und es wurde schnell und konstruktiv in die Tat umgesetzt:
Im Mai 2005 öffnete das Restaurant La Fayence seine Tore!
"La Fayence" - wo kommt dieser Name eigentlich her?
Der Name La Fayence stammt aus jener Zeit, als Flörsheim am Main eine Fayencen-Fabrik betrieb und hier im Ort Gebrauchs-und Schmuckkeramiken hergestellt wurden. Gegenüber vom Restaurant La Fayence lassen sich im Heimatmuseum noch originale Fayencen bestaunen.
Was sind Fayencen?
Fayence ist französisch und leitete sich von der italienischen Stadt Faenza ab. Das Wort beschreibt ein tonkeramisches Erzeugnis, dessen poröse rote oder ockerfarbene Scherben mit einer farbigen oder weißdeckenden Zinnglasur überzogen sind.
Die Stücke werden nach dem Modellieren getrocknet, bei etwa 900 Grad gebrannt und nach dem Erkalten in ein Glasurbad aus Sand, Pottasche, Blei, Zinn und Wasser getaucht. Dieses Gemisch bleibt als Überzug auf der Oberfläche haften und wird nach einer anschließenden Bemalung auf der noch ungebrannten Glasur noch einmal bei über 1100 Grad aufgeschmolzen.
Tonwaren mit gefärbten Blei- oder Zinnglasuren sind bereits im 4. Jahrhundert vor Christus in Ägypten hergestellt worden, auch in Griechenland beherrschte man diese Technik. "Echte Fayencen" jedoch entstanden erst im 9. Jahrhundert v. Chr. in Mesopotamien, dem irakischen Gebiet des Perserreichs. Die Araber brachten diese Tonwaren nach Spanien, von dort aus eroberten sie Italien. Der Export florierte insbesondere auf Mallorca , deshalb heißen Fayencen von der spanischen Insel auch Majolika.
Im 16. Jahrhundert war Faenza, ein kleiner Ort südlich von Florenz, der Ausgangspunkt für einen stilistischen Umschwung: Flächenfüllende Majolikadekore wandelten sich zu weißen, sparsamen bemalten Keramiken. Mit ihnen sollte das von Marco Polo aus China mitgebrachte, heißbegehrte "weiße Gold" imitiert werden, das erst ab 1708 auch in Europa produzierbare Porzellan.
Im 17. und 18. Jahrhundert breitete sich die Fayence-Technik von Italien über Frankreich, die Schweiz und Holland nach ganz Europa aus, wo das Erzeugnis, das nun nördlich der Alpen entstand, nach seinem Herkunftsort "Fayence" benannt wurde und für breite Bevölkerungsschichten einen erschwinglichen Ersatz des Luxusgutes Porzellan darstellte.
Viele Fayence-Manufakturen nannten sich übrigens
- aus durchsichtigen Gründen - "Porzellan Fabrik".
